Einer der Themenschwerpunkte des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) ist die sektorenübergreifende Qualitätssicherung. Sie hat das Ziel, die Qualität der medizinischen Versorgung nicht ausschließlich getrennt in Klinik und Praxis, sondern über Sektorengrenzen hinweg zu erfassen und zu bewerten. Dadurch werden sogenannte Längsschnittbetrachtungen möglich. Behandlungsverläufe können im Ganzen beurteilt und über verschiedene daran beteiligte Leistungserbringer und größere Zeiträume hinweg analysiert werden.

Dieses Verfahren erfordert die Nutzung eines Pseudonyms für die Zusammenführung verschiedener Datensätze derselben Patientin oder desselben Patienten aus unterschiedlichen Behandlungsorten, Sektoren und Behandlungszeiten. Für die Datenerhebung bei der Qualitätssicherung besteht die gesetzliche Pflicht zur Pseudonymisierung sämtlicher Daten. Hierfür wird eine unabhängige Vertrauensstelle nach § 299 SGB V eingesetzt. Die Daten werden von der Vertrauensstelle zunächst pseudonymisiert und nach Weiterleitung des Pseudonyms an die Datenempfänger (Bundesauswertungsstelle, Datenanalyst und Berichtersteller) gelöscht. Eine Reidentifikation von Patientinnen und Patienten ist ausgeschlossen. Das Verfahren entspricht den Empfehlungen des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI).

Die Vertrauensstelle erfüllt zwei Funktionen:


1. Vertrauensstelle als Pseudonymisierungsstelle

Für die Qesü- und QSKH-Richtlinien ist die Vertrauensstelle als Pseudonymisierungsstelle im Übertragungsweg zwischen den Datenannahmestellen und der Bundesauswertungsstelle platziert, für die QSD-Richtlinie befindet sie sich zwischen den Datenannahmestellen und dem Datenanalysten bzw. den Berichterstellern. Ihre Aufgabe besteht darin, das patientenidentifizierende Merkmal (Patienten-ID) so zu pseudonymisieren, dass eine nachverfolgende Auswertung dieser Informationen bei den Datenempfängern wie der Bundesauswertungsstelle, dem Datenanalysten oder den Berichterstellern ausschließlich innerhalb des jeweils festgelegten Qualitätssicherungsverfahrens und nicht verfahrensübergreifend möglich ist (§ 11 (3) Satz 3 Qesü-RL des G-BA). Eine Reidentifikation von Patienten anhand des Pseudonyms ist ausgeschlossen (§ 11 (3) Satz 4 Qesü-RL ).


2. Vertrauensstelle als Datenannahmestelle

Sie ist im Übertragungsweg zwischen den selektivvertraglichen Leistungserbringern und der Vertrauensstelle als Pseudonymisierungsstelle platziert und hat die Aufgabe, die leistungserbringeridentifizierenden Merkmale so zu pseudonymisieren, dass der Bundesauswertungsstelle nur die Leistungserbringerpseudonyme zur Verfügung stehen. Rückmeldungen von der Bundesauswertungsstelle an die selektivvertraglichen Leistungserbringer gehen immer über die entsprechende Datenannahmestelle.


Vertrauensstelle als Datenannahmestelle im Flussdiagramm



Die beiden dargelegten Funktionen der Vertrauensstelle beinhalten unterschiedliche Datenverarbeitungsvorgänge. Diese werden durch eine organisatorische und technische Trennung datenschutzkonform umgesetzt.

Datenannahmestellen und selektivvertragliche Leistungserbringer, die dieses Verfahren nutzen möchten, wenden sich bitte an unseren Helpdesk . Dort erhalten Sie weitere Informationen sowie benötigte Zertifikate.